Freie Fahrt mit Mazzepan!

Oder so. Werner war’s. DER Werner. 1990 war’s ungefähr. Und heute auch.
Heute Morgen nämlich stieg ich pünktlich mit zwei Mitstreitern um 7.17 Uhr in eine Regionalbahn, um Brandenburg und Meck-Pomm kennenzulernen. Jedenfalls hat die Bimmelbahn an nahezu jeder Milchkanne gehalten. Überall schöne Bahnhofsgebäude aus der Zeit um 1880, die „nur“ eine kleine Sanierung und eine neue Nutzung benötigen, stehen sie doch samt und sonders leer. Von blühenden Landschaften konnten wir allerdings trotz schönsten Sonnenscheins und ebenso schöner Gegend (und davon reichlich) nichts erblicken. Selbst die bereits nachwendlichen Bahnhofsumbauten waren schon wieder so schäbig, daß die Bahn sich ob der reichlich verwendeten Farbe Türkis schämen sollte.
In Bad Kleinen konnten wir gerade noch ein paar Schüssen ausweichen (nee, Quatsch), ehe wir in einen kleinen Dieseltriebzug (VT628) stiegen, der uns in den funkelnagelneuen Bahnhof Lübeck brachte (die alte Bahnhofshalle aus Kaiserzeiten (oder noch älter?) war komplett demontiert, extern instand gesetzt und kürzlich wieder aufgebaut worden. Ein nettes Kleinod!). Ein Renault Agora (nein, kein französiches Kaninchen mit dickem Fell sondern ein Bustyp, der seine letzten Einsatztage fristet) schaukelte uns schließlich nach Travemünde, wo wir zwei Setra Doppeldeckerbusse (S328DT-L) in Empfang nahmen, die bis Ende letzten Jahres auf der Linie 30 zwischen Lübeck und Travemünde im Einsatz waren und nun durch langweilige Gelenkbusse ersetzt worden waren. Nach Erledigung einiger organisatorischer Dinge, Einnahme des Mittagsmahls (natürlich Labskaus, wann bekommt man den schon sonst?) und dem obligatorischen Einkauf bei DEM Marzipanhersteller Niederegger starteten wir die dicken Achtzylinder (15l Hubraum, 381 PS) und düsten mit lautem Getöse im Verlauf des früheren Einsatzgebiets zur Autobahn und nach Berlin. Und dank Marzipan hatten wir freie Fahrt!

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